„Wir haben bereits mit möglichen Investoren gesprochen“

Gegenentwurf: SPD setzt auf geförderten Wohnraum und Ärzte – Absage an Discounter

Die SPD Langenselbold reagiert mit Unverständnis auf die jüngsten Angriffe der CDU nach der letzten Stadtverordnetenversammlung. Die Christdemokraten hatten versucht, die breite Ablehnung ihres Dringlichkeitsantrags zum Gesundheitszentrum als „Stillstand“ zu bezeichnen und der SPD gleichzeitig Ideenklau vorgeworfen. Beides weist Julian Brenner, Vorsitzender der SPD, entschieden zurück: „Die CDU versucht hier, ihr eigenes politisches Scheitern kurz vor der Wahl durch lautes Getöse zu übertünchen.“

SPD: Breite Mehrheit gegen unseriösen Schnellschuss

Brenner stellt klar, dass es keineswegs nur eine „rot-grüne“ Entscheidung war, den Dringlichkeitsantrag abzulehnen: „Neben der SPD und den Grünen haben auch die Freien Wähler gegen diesen unvorbereiteten Eilantrag gestimmt, die FDP hat sich enthalten. Die CDU stand mit ihrem Versuch, fünf Minuten vor der Wahl noch Fakten schaffen zu wollen, völlig isoliert da. Dies als Blockade einer einzelnen Seite darzustellen, ist eine gezielte Wahrheitsverdrehung.“

Verzögerungs-Vorwurf ist technisch unsinnig

Besonders den Vorwurf, man habe durch die Ablehnung Zeit verloren, sei technisch falsch. „Selbst wenn wir dem Antrag die Dringlichkeit zugestanden hätten, wäre ein Beschluss an diesem Abend unmöglich gewesen“, erklärt Brenner. „Ein derart komplexer Bebauungsplan muss zwingend zur ausführlichen Beratung in den Bauausschuss verwiesen werden. Diese Beratungen hätten ohnehin erst nach der Wahl und der Konstituierung des neuen Parlaments stattfinden können. Die Behauptung der CDU, wir hätten hier eine sofortige Lösung verhindert, ist reine Augenwischerei.“

Rittershauß: Fachliche Klarstellung zur Refinanzierung

Bürgermeisterkandidat Wolfgang Rittershauß meldet sich in der Debatte vor allem als Fachmann zu Wort. Er ist aktuell Bauamtsleiter in Erlensee und betont: „Der Vorwurf, wir hätten das CDU-Konzept kopiert, ist schon aus baurechtlicher und ökonomischer Sicht absurd, da wir einen vollkommen anderen Lösungsansatz verfolgen.“

Das Konzept der CDU basiere weiterhin auf der Ansiedlung eines Vollversorgers – also eines Supermarktes – um das Projekt zu refinanzieren. „Wir lehnen einen siebten Supermarkt an dieser Stelle ab“, so Rittershauß.

Sein fachlicher Gegenentwurf setzt auf eine andere Finanzierungs-Säule: „Um die Ansiedlung von Ärzten wirtschaftlich tragfähig zu machen, brauchen wir keine Einkaufswagen, sondern Wohnraum. Wir refinanzieren das Ärztehaus durch Wohnungen in den Obergeschossen.“

Sozialer Mix und konkretes Investoren-Interesse

Rittershauß erläutert: „Unser Plan sieht einen gesunden Mix vor: Geförderter Wohnraum für Menschen mit kleinerem Geldbeutel, barrierefreie Wohnungen für Senioren und gezielter Wohnraum für Feuerwehrleute zur Sicherung der Hilfsfristen.“

Dass dies keine Träumerei ist, belegt der Kandidat mit Fakten: „Wir haben bereits mit möglichen Investoren gesprochen und für unseren Vorschlag – Ärzte plus Wohnen, ohne Supermarkt – eine sehr gute Resonanz und akutes Interesse signalisiert bekommen. Das Konzept ist marktfähig.“

Gleichzeitig betont Rittershauß einen weiteren strategischen Vorteil: „Durch den Verzicht auf den großflächigen Einzelhandel wird mit unserem Konzept auch eine eigene Projektierung durch die Stadt wieder möglich und finanzierbar. Wir behalten uns damit alle Handlungsoptionen offen.“

Appell: Rückkehr zu Vernunft und Fairness 

Abschließend richtet Julian Brenner den Blick nach vorn und appelliert an den politischen Mitbewerber: „Trotz aller inhaltlichen Unterschiede wünschen wir uns einen fairen Umgang im Wahlkampf. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass wir uns nicht mit politischen Scharmützeln aufhalten, sondern lösungsorientiert arbeiten.“ Die SPD reiche daher die Hand: „Wir sind bereit, im neuen Parlament konstruktiv über alle guten Ideen zu sprechen – egal von wem sie kommen. Im Vordergrund darf nicht der kurzfristige Applaus stehen, sondern einzig das Wohl der Bürgerinnen und Bürger von Langenselbold.“