„Die Langenselbolder haben Lust, ihre Stadt mitzugestalten“

Volles Haus in der Klosterberghalle: Mehr als 130 Gäste bei Stadtentwicklungsveranstaltung von Wolfgang Rittershauß

Dass Stadtentwicklung kein trockenes Verwaltungsthema sein muss, sondern die Menschen bewegt, zeigte sich am Mittwochabend in der Langenselbolder Klosterberghalle. Rund 130 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung von Bürgermeisterkandidat Wolfgang Rittershauß gefolgt, um seine Vision für die Zukunft Langenselbolds kennenzulernen. Das Fazit nach gut zwei Stunden intensiver Präsentation und Diskussion: Langenselbold hat Lust auf Gestaltung.

Unter dem Motto „Für Selbold mit Erfahrung und Herz“ präsentierte Rittershauß einen konkreten Fahrplan, wie er den Investitionsstau in der Stadt auflösen will. Frisch inspiriert von einer Fachtagung zur Städtebauförderung in Fulda, machte der amtierende Bauamtsleiter der Nachbarstadt Erlensee gleich zu Beginn deutlich, wo der Hebel liegt: „Das Geld für unsere Stadtentwicklung liegt bereit – in Form von Förderprogrammen von Land und Bund. Wir müssen es nur abrufen.“

Rittershauß verwies auf seine berufliche Erfahrung, durch die er bereits erfolgreich Kommunen in solche Förderprogramme geführt und auf dem Weg begleitet hat. Dieses Wissen will er nun für seine Heimatstadt nutzen. Sein Ziel: Ein integriertes Entwicklungskonzept (ISEK) für Langenselbold erstellen, um so die Basis für Projekte wie Straßensanierungen und Platzgestaltungen zu schaffen.

Wohnraum für Retter statt Discounter-Parkplatz 

Besonders emotional wurde es beim Thema „Gesundheitszentrum“. Rittershauß erteilte Plänen für einen weiteren Discounter an dieser Stelle eine klare Absage. Stattdessen skizzierte er unter Nutzung moderner baurechtlicher Möglichkeiten ein „Urbanes Gebiet“, das ärztliche Versorgung mit dringend benötigtem Wohnraum verknüpft.

„Wir brauchen an dieser Stelle keinen weiteren versiegelten Parkplatz, sondern Lebensqualität“, betonte der Kandidat. Dafür gab es viel Applaus. Sein Vorschlag beinhaltet dabei eine besondere Komponente: Gezielter Wohnraum für Einsatzkräfte der Feuerwehr in direkter Nähe zum Stützpunkt. „Durch die kurzen Wege verkürzen wir die Anfahrtszeit und optimieren damit die Hilfezeit im Notfall massiv“, erklärte Rittershauß den doppelten Nutzen für die Stadtgesellschaft. Zudem sollen barrierefreie Angebote für Senioren entstehen, um einen Generationenwechsel in bestehenden Häusern zu erleichtern.

Vom „Weihnachtslager“ zum Wohnzimmer 

Auch für den Schlosspark und die Sportstätten hatte Rittershauß konkrete Pläne im Gepäck. Er plädierte leidenschaftlich dafür, die Zehntscheune nicht länger als Lagerraum für Markthütten zu nutzen, sondern durch Gastronomie zu beleben. Ein Feierabendmarkt soll zudem Berufstätigen einen neuen Treffpunkt bieten. Für die Sporthalle stellte er eine Machbarkeitsstudie vor, die zeigt: Eine funktionale Halle für den Schul- und Vereinssport ist im Kostenrahmen realisierbar – wenn man modular baut und den Bedarf gemeinsam mit den Vereinen ermittelt.

Dialog auf Augenhöhe 

Dass Rittershauß das Thema Bürgerbeteiligung ernst nimmt, zeigte der zweite Teil des Abends. Über eine Stunde lang stand er Rede und Antwort. Von detaillierten Nachfragen zur Verkehrsführung bis hin zu persönlichen Anliegen nutzten die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit zum direkten Austausch. Auch nach dem offiziellen Ende riss die Schlange der Fragesteller am Rednerpult nicht ab.

„Ich bin überwältigt von der Resonanz und der Tiefe der Fragen“, resümierte Wolfgang Rittershauß zufrieden. „Die vielen positiven Rückmeldungen zeigen mir, dass die Langenselbolder Lust darauf haben, ihre Stadt mitzugestalten.  Genau dafür stehe ich: Ich habe eine klare Vision und möchte die Menschen am Prozess beteiligen. Diesen Schwung nehme ich mit in die nächsten Wochen bis zur Wahl.“